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CCEV

20. Mai 2019

So kamen die 40 Millionen für die Unternehmen nach Augsburg

Wir danken der Augsburger Allgemeine Zeitung für die Abdruckerlaubnis des nachfolgenden Beitrags, der in der Augsburger Allgemeine am 17. Mai 2019 erschienen ist.

Ein Forschungsprogramm soll der Wirtschaftsregion Augsburg einen Schub geben. Eine Person spielt eine zentrale Rolle: Es ist Alexander Gundling.

Es war ein Paukenschlag, der am Montag im Innovationspark verkündet wurde: Der Freistaat pumpt Millionen in die Wirtschaftsregion Augsburg, um den Standort zu stärken. Es sind 40 Millionen Euro, die sich Politik und Industrie aufteilen. Das Programm läuft fünf Jahre lang. In ihren Reden unterstrichen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) wiederholt die Rolle eines Mannes aus Augsburg, der in den Verhandlungen und Vorgesprächen eine zentrale Rolle gespielt hat: Alexander Gundling.

Wer ist der Mann, der am Montag dabei war, aber an diesem Tag dann doch eher etwas im Abseits stand? Gundling ist Geschäftsführer des Vereins Carbon Composites mit Sitz im Technologiezentrum, das im Innovationspark angesiedelt ist. Es handelt sich um einen Verbund von Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die auf dem Gebiet der Hochleistungs-Faserverbundwerkstoffe aktiv sind. Gundling ist seit April 2014 für den Verein tätig, zuvor war er in führender Position bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) beschäftigt.

Seine eigene Rolle, die von der Politik so gelobt wurde, beschreibt Gundling wie folgt: „Es gehört zu den Aufgaben der Geschäftsführer von Wirtschaftsverbänden, sensibel für wirtschaftspolitische Entwicklungen zu sein. Der steigende Preisdruck aus dem pazifischen Raum und die damit zusammenhängende Verlagerungen von Arbeitspaketen der bayerischen Luftfahrtbranche in die Türkei oder nach Rumänien, waren Anlass genug, Vorschläge an Politik und Wirtschaft zu machen, wie darauf reagiert werden kann.“

Bild: Alexander Gundling, Hauptgeschäftsführer Carbon Composites e.V.

Im Januar gab es einen Termin bei Wirtschaftsminister Aiwanger

Das Ganze hört sich gar nicht mal so spektakulär an, wenn Gundling über die Vorarbeit des Millionengeschäfts spricht: „Ich habe in enger Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern aus Wirtschaft und Wissenschaft die Eckpunkte eines Förderprogramms für die Bayerische Luftfahrtbranche entwickelt, das wir wegen seiner mittelfristigen Laufzeit BayLu 2025 nennen.“ Nächster Schritt sei ein Termin bei Wirtschaftsminister Aiwanger gewesen: „Kernpunkt war eine „Cluster-Strategie Leichtbau, um den Strukturwandel in der Region Augsburg aufzufangen und die Wirtschaft zu stärken“. Gundling erwähnt explizit die beiden Landtagsabgeordneten der Freien Wähler, Bernhard Pohl und Fabian Mehring, die sich des Themas angenommen hätten.

Partner in der Region gibt es mehrere. Neben großen Unternehmen wie Airbus Helicopters in Donauwörth und Premium Aerotec in Augsburg waren von Anfang an auch Zulieferer wie die Firma Hufschmied aus Bobingen beteiligt. Die Universitäten Augsburg und München, die Hochschule Augsburg sowie die Fraunhofer-Gesellschaft und die DLR-Institute in Augsburg waren zudem eingebunden.

Das weitere Vorgehen ist abgestimmt

Die Zusage der Politik, das Programm finanziell zu unterstützen, steht. Das weitere Vorgehen ist ebenfalls abgestimmt. Nach Verabschiedung des Nachtragshaushalts für das Jahr 2020 im Landtag, könne man die Weichen für die Finanzierung konkreter Projekte stellen, sagt Gundling: „Realistisch wird das alledings im Spätsommer/Herbst 2020 der Fall sein.“ Bestehende Prozesse müssen mit Hilfe des Förderprogramms so schnell wie möglich produktiver werden. Machbar sei das durch sinnvolle Digitalisierung.

Gundling rechnet mit einer großen Nachfrage: „Auch wenn 40 Millionen Euro viel Geld sind, wird das Programm erfahrungsgemäß schnell überbucht sein.“ Umso dringender sei ein transparenter Auswahlprozess der Projekte. Denkbar wären zum Beispiel ein festgelegtes Punktesystem und neutrale Gutachter.

Gundling sagt: „Wir beobachten, dass sich wirtschaftliche Interessen zunehmend in die schnell wachsenden Märkte im Pazifischen Raum verlagern. Werksschließungen beziehungsweise der Abbau von Arbeitsplätzen, die wir am Produktionsstandort Augsburg erleben, sind Symptome dafür.“ Was daher am Montag verkündet wurde, hat den Geschäftsführer von Carbon Composites natürlich gefreut. Aiwanger habe die Situation erkannt und sei willens, rechtzeitig gegenzusteuern. Mit dem Programm setze er ein wichtiges Signal, so Gundling: „Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.“

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